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Stromaustausch

Die Schweiz als Strom-Drehscheibe

Die Schweizer Elektrizitätsunternehmen haben schon vor vielen Jahrzehnten ihre Netze zusammengeschaltet, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Je mehr Kraftwerke an ein Netz angeschlossen sind, desto geringer ist die Gefahr eines längeren Stromausfalls.

Ein Stromverbund ermöglicht also den Ausgleich von Überfluss und Mangel zwischen einzelnen Regionen und die gemeinsame Nutzung von Reservehaltungen. Die Kraftwerke können damit besser ausgelastet werden. Ihr Betrieb wird wirtschaftlicher. Dieser Stromaustausch erfolgt in der Regel über das Höchstspannungsnetz.

Doch dieser Austausch macht nicht an den Landesgrenzen halt. Praktisch alle Länder Kontinentaleuropas sind heute durch ein zusammenhängendes Netz von Höchstspannungsleitungen miteinander verbunden – von Dänemark bis Griechenland, von Portugal bis Rumänien.

Fällt in einem Land ein Kraftwerk aus, können andere Länder mit ihren Kraftwerken kurzfristig einspringen. Der europäische Stromverbund bringt den Partnern demzufolge eine hohe Versorgungssicherheit und relativ wenig Kosten für Reservehaltung.

Die Schweiz spielt in diesem Verbund eine zentrale Rolle, weil sie über zahlreiche Speicherkraftwerke verfügt. Diese können ihre Produktion rasch dem aktuellen Bedarf anpassen und die Energie in Form von Wasser in den Stauseen speichern. Deshalb exportiert die Schweiz den Strom vor allem in Zeiten hohen Stromverbrauchs.

Übers ganze Jahr gesehen verzeichnet die Schweiz in der Regel einen Exportüberschuss. Dieser ist in den letzten Jahren aber tendenziell kleiner geworden. 2005 und 2006 gab es sogar einen Überhang an Importen. In der kalten Jahreszeit muss die Schweiz regelmässig mehr Strom beziehen, als sie liefern kann.

Eine wichtige Rolle spielt die Schweiz auch als europäisches Transitland, denn ein Teil der Stromlieferungen von Frankreich nach Italien erfolgt über das hiesige Höchstspannungsnetz.

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