Netze
Das Netz – der unterschätzte Faktor
Damit jederzeit genügend Strom zur Verfügung steht, muss die entsprechende Menge elektrischer Energie produziert werden. Die grosse Bedeutung der Kraftwerke für die Versorgungssicherheit ist deshalb offensichtlich und für jedermann leicht verständlich.
Häufig wird dabei aber vergessen, dass es mit der Erzeugung alleine nicht getan ist. Der Stellenwert der Netze, die den Transport des Stroms vom Erzeuger zum Konsumenten sicherstellen, wird unterschätzt.
Netzunterbrüche können zu Stromausfällen führen, auch wenn die nötige Produktionskapazität in den Kraftwerken vorhanden wäre. Ein gut ausgebautes und instandgehaltenes Netz, bei dem Strom je nach Bedarf von verschiedenen Seiten zugeführt werden kann, ist eine entscheidende Grundvoraussetzung für eine gute Versorgungssicherheit.
Demzufolge wäre es angebracht, dass die Verfahren für Leitungsprojekte zeitlich begrenzt werden, damit die Realisierung nicht oft um Jahre bis Jahrzehnte verzögert werden kann. Das schweizerische Nieder- und Mittelspannungsnetz ist rund 250 000 Kilometer lang, es reicht also mehr als sechsmal um die Erde. Während bei diesen Netzen rund 80 Prozent der Leitungen verkabelt sind, besteht das 380/220-kV-Hoch- bzw. Höchstspannungsnetz (ca. 6700 km) praktisch ausschliesslich aus Freileitungen (ca. 99 Prozent).
Aufbau und Unterhalt eines Stromnetzes sind kostspielig. 1 Kilometer 380/220-kV-Hoch- bzw. Höchstspannungs-Freileitung kostet durchschnittlich etwa 1,5 Millionen Franken. Bei im Boden verlegten Kabeln sind es etwa sechs- bis zehn Mal mehr.
Die Kosten für das gesamte 0,4- bis 380-kV-Netz machen zwischen 40 und 70 Prozent des gesamten Strompreises aus, je nach Topografie des Versorgungsgebiets. Die Verteilung der Energie kostet also ebenso viel oder sogar deutlich mehr als die Energie selbst. Seit Anfang 2009 muss die Zusammensetzung des Strompreises in der Rechnung transparent ausgewiesen werden.

