Privilegierte Importe fallen weg
Die Schweiz ist eine der Stromdrehscheiben Europas. Strom wird zur Verbrauchsdeckung importiert bzw. als überschüssiger Strom ins Ausland verkauft. Langjährige Bezugsrechte aus französischen Kernkraftwerken sichern der Schweiz derzeit privilegierte Importmöglichkeiten, die vor allem die Engpässe im Winterhalbjahr überbrücken. Künftig wird diese Privilegierung, die der europäischen Marktliberalisierung widerspricht, nicht mehr möglich sein.
Insbesondere im Winter kann es künftig in einer Kälteperiode zu kritischen Situationen kommen, wenn in der Schweiz und im umliegenden Ausland der Stromverbrauch hoch ist. Zugleich stehen die europäischen Länder vor grossen Problemen bei der Erneuerung und Umgestaltung ihrer Stromversorgungssysteme. Grosskraftwerke erreichen die Grenzen ihrer geplanten Lebensdauer, Stromnetze müssen an die zunehmende, schwankende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen angepasst werden. Zudem kann in der Schweiz, wenn sie auf Importe angewiesen ist, das tiefe Preisniveau kaum gehalten werden. Es müssten wohl zunehmend die höheren europäischen Preise, die in den umliegenden Ländern üblich sind, bezahlt werden. Will die Schweiz in Bezug auf die Versorgungssicherheit möglichst autonom bleiben, so muss sie insbesondere auch im Winterhalbjahr selbst genügend Strom bereitstellen können.

